{"id":12458,"date":"2026-10-08T13:12:11","date_gmt":"2026-10-08T11:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/plantan.de\/firuza-eine-kluge-kombination-aus-kaliumphosphonat-und-prothioconazol\/"},"modified":"2026-10-08T13:31:08","modified_gmt":"2026-10-08T11:31:08","slug":"firuza-eine-kluge-kombination-aus-kaliumphosphonat-und-prothioconazol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plantan.de\/de-at\/firuza-eine-kluge-kombination-aus-kaliumphosphonat-und-prothioconazol\/","title":{"rendered":"Firuza\u00ae &#8211; Eine kluge Kombination aus Kaliumphosphonat und Prothioconazol"},"content":{"rendered":"<h2><b>Phosphit, Phosphat oder doch Phosphonat? &#8211; Eine Begriffserkl\u00e4rung<\/b><\/h2>\n<p>Im landwirtschaftlichen Sprachgebrauch werden die Begriffe Phosphonat und Phosphit h\u00e4ufig synonym verwendet, obwohl es sich chemisch um unterschiedliche Stoffklassen handelt. Phosphonate sind organische Verbindungen mit einer direkten Phosphor-Kohlenstoff-Bindung (P\u2013C), w\u00e4hrend Phosphite anorganische Salze der phosphorigen S\u00e4ure sind, bei denen Phosphor an Sauerstoff- und Wasserstoffatome gebunden ist (P\u2013O- und P\u2013H-Bindungen). Die im Pflanzenschutz eingesetzten Kaliumphosphonate entsprechen chemisch Phosphiten, werden jedoch historisch und regulatorisch h\u00e4ufig als Phosphonate bezeichnet.<\/p>\n<p>Diese strukturellen Unterschiede bestimmen ma\u00dfgeblich die Eigenschaften der Verbindungen: Phosphite sind gut wasserl\u00f6slich und in der Pflanze mobil, weisen jedoch eine h\u00f6here chemische Reaktivit\u00e4t auf und k\u00f6nnen nicht in den regul\u00e4ren Phosphorstoffwechsel integriert werden. Organische Phosphonate hingegen sind aufgrund der stabilen P\u2013C-Bindung deutlich resistenter gegen\u00fcber chemischem und biologischem Abbau und zeigen h\u00e4ufig eine h\u00f6here Persistenz in der Umwelt.<\/p>\n<p>Davon klar zu unterscheiden sind Phosphate: Sie stellen die pflanzenverf\u00fcgbare Form von Phosphor dar und sind als N\u00e4hrstoff zentral f\u00fcr den pflanzlichen Stoffwechsel. Chemisch und funktionell unterscheiden sie sich grundlegend von Phosphiten und Phosphonaten.<\/p>\n<blockquote><p><b>Kurz und knapp: <\/b>Kaliumphosphonat geh\u00f6rt zu den Phosphiten, regulatorisch bezeichnet man es jedoch als Phosphonat, obwohl diese chemischen Verbindungen nicht vergleichbar sind. Im folgenden Text ist also die Rede von Phosphiten, wenn es um das Kaliumphosphonat geht.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><b>D\u00fcnger, Biostimulanz oder Pflanzenschutzmittel?<\/b><\/h2>\n<p>Auch hier kann eine klare Zuordnung der Phosphite schwierig erscheinen. Historisch wurden Verbindungen dieser Stoffgruppe zun\u00e4chst auch im Zusammenhang mit der Pflanzenern\u00e4hrung betrachtet. Bereits fr\u00fchere Arbeiten pr\u00fcften, ob reduzierte Phosphorverbindungen als Alternative zu Phosphatd\u00fcngern genutzt werden k\u00f6nnten. Diese Annahme hat sich jedoch, wie wir wissen, nicht best\u00e4tigt. Die Pflanze nimmt Phosphit zwar \u00e4hnlich wie Phosphat auf und transportiert es auch mobil im Gewebe, sie kann es aber nicht als Phosphorquelle in den Prim\u00e4rstoffwechsel einbauen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens mit der Entwicklung von Fosetyl-Al, ein Fungizid, verlagerte sich die Bedeutung der Stoffgruppe klar in Richtung Pflanzenschutz, insbesondere wegen ihrer Wirkung gegen Krankheiten, die durch Oomyceten (falsche Mehltaupilze) verursacht werden. Kaliumphosphonate wurden in der EU schlie\u00dflich als Wirkstoffe nach Pflanzenschutzrecht genehmigt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Parallel dazu wurde die Verwendung von Phosphite im D\u00fcngemittel- und Biostimulanzienumfeld regulatorisch enger gezogen. Die EU-D\u00fcngeprodukte-Verordnung 2019\/1009 legt fest, dass Phosphonate (gemeint sind insbesondere Phosphit-haltige Verbindungen) EU-D\u00fcngeprodukten nicht absichtlich zugesetzt werden d\u00fcrfen; eine unbeabsichtigte Anwesenheit ist nur bis 0,5 Massen-% zul\u00e4ssig. Der Hintergrund ist, dass sich eine ern\u00e4hrungsphysiologische Funktion als Phosphorquelle wissenschaftlich nicht \u00fcberzeugend belegen lie\u00df, w\u00e4hrend zugleich eine pflanzensch\u00fctzende Wirkung bekannt ist. Genau diese Trennlinie ist f\u00fcr die heutige Diskussion zentral: Kaliumphosphonat ist regulatorisch in erster Linie ein Pflanzenschutzwirkstoff, nicht ein N\u00e4hrstoff.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gleichzeitig ist das Thema auf EU-Ebene nicht abgeschlossen. Im Umfeld der EU-Fertilising Products Regulation l\u00e4uft seit einigen Jahren eine Diskussion, ob bestimmte anorganische Phosphonat-Salze (Phosphite) unter engen Bedingungen wieder in den Bereich der EU-Biostimulanzien aufgenommen werden k\u00f6nnten. Diese Debatte wird in der Kommissions-Expertengruppe f\u00fcr D\u00fcngemittel gef\u00fchrt; 2025 wurde dort erneut ein aktualisierter Vorschlag vorgestellt. Es ist derzeit also nicht gesichert, dass Kaliumphosphonat wieder als EU-Biostimulanz zugelassen wird, wohl aber, dass es hierzu eine aktive regulatorische Diskussion gibt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<blockquote><p><b>Kurz und knapp: <\/b>Kaliumphosphonat ist Stand heute regulatorisch einzig ein Pflanzenschutzmittel. Es wird aber auf EU-Ebene diskutiert, ob Phosphite wieder als Biostimulanzien registriert werden k\u00f6nnen.<\/p><\/blockquote>\n<h2><\/h2>\n<h2><b>Wie wirkt Kaliumphosphonat?<\/b><\/h2>\n<p>Kaliumphosphonat wirkt einerseits mit direktem Effekt auf den Erreger, andererseits als Induktor bzw. Primer pflanzlicher Abwehrreaktionen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Die direkte Wirkung <\/b>beruht darauf, dass das Phosphit ein strukturelles Analog zu Phosphat ist. Das bedeutet, es wird wie Phosphat aufgenommen, hat im Anschluss aber nicht die gleiche Wirkung, sondern blockiert sogar die phosphatabh\u00e4ngigen Prozesse. Davon sind vor allem der Energiehaushalt und grundlegende metabolische Prozesse betroffen, denn Phosphat ist zentral f\u00fcr die Bildung von ATP, dem Energielieferant sowie f\u00fcr die Bildung von Nukleotiden und Membranlipiden. Hinzu kommt, dass der Erreger \u201edenkt\u201c er hat genug Phosphat und dadurch leitet er keine Abwehrreaktionen ein. Die Folge sind reduziertes Myzelwachstum, gehemmte Sporulation, gest\u00f6rte Zellwand- und Membransynthese und eine generell verlangsamte Entwicklung bis hin zum Wachstumsstopp. Die st\u00e4rkste Wirksamkeit besteht gegen <i>Oomyceten<\/i>, etwa <i>Phytophthora<\/i>, <i>Perenospora<\/i>, <i>Plasmopara <\/i>oder <i>Bremia<\/i>. Entsprechend liegt der klassische Einsatzschwerpunkt in Sonderkulturen und im Obst- und Weinbau, wo phosphonathaltige Produkte seit Langem eine wichtige Rolle spielen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_12430\" style=\"width: 1060px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2.webp\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12430\" class=\"wp-image-12430\" src=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2.webp\" alt=\"\" width=\"1050\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-200x133.webp 200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-300x200.webp 300w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-400x267.webp 400w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-500x333.webp 500w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-600x400.webp 600w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-700x467.webp 700w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-768x512.webp 768w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-800x533.webp 800w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-1024x683.webp 1024w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2-1200x800.webp 1200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung2.webp 1536w\" sizes=\"(max-width: 1050px) 100vw, 1050px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12430\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Die direkte Wirkung von Kaliumphosphonat<\/p><\/div>\n<p><b>Die indirekte Wirkung <\/b>hat in der Regel den st\u00e4rkeren Effekt bei der Bek\u00e4mpfung der Pathogene. Im FRAC-System ist Kaliumphosphonat der Gruppe P07 zugeordnet, also den Host Plant Defence Inducers mit einem geringen Resistenzrisiko. Ebenso wie das Pathogen nimmt die Pflanze das Phosphit auf, wodurch ebenfalls der Phosphatstoffwechsel gest\u00f6rt wird. Die Pflanze erkennt das Problem und ein Phosphor-Mangel-Signal versetzt die pflanzlichen Abwehrmechanismen in eine Art Alarmbereitschaft. Kommt es nun zum Befall, k\u00f6nnen die Pflanzen schneller und st\u00e4rker reagieren, in dem sie beispielsweise Enzyme bilden, die die Zellwand des Pilzes angreifen, oder in dem sie dem Pilz die Nahrungsgrundlage entziehen und befallene Bereiche selbst abt\u00f6ten.<\/p>\n<blockquote><p><b>Kurz und knapp: <\/b>Kaliumphosphonat wirkt, indem es Pathogene direkt im Stoffwechsel st\u00f6rt und gleichzeitig die pflanzliche Abwehr aktiviert, sodass Infektionen erschwert und verlangsamt werden.<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_12432\" style=\"width: 1060px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3.webp\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12432\" class=\"wp-image-12432\" src=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3.webp\" alt=\"\" width=\"1050\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-200x133.webp 200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-300x200.webp 300w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-400x267.webp 400w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-500x334.webp 500w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-600x400.webp 600w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-700x467.webp 700w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-768x512.webp 768w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-800x534.webp 800w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-1024x683.webp 1024w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3-1200x801.webp 1200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung3.webp 1535w\" sizes=\"(max-width: 1050px) 100vw, 1050px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12432\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Die indirekte Wirkung von Kaliumphosphonat<\/p><\/div>\n<h2><\/h2>\n<h2><b>Firuza<sup>\u00ae<\/sup><\/b><b>\u00a0<\/b><b>&#8211; Eine kluge Kombination aus Kaliumphosphonat und Prothioconazol<\/b><\/h2>\n<p>Firuza<sup>\u00ae<\/sup> enth\u00e4lt eine Formulierung mit 50 g\/l Prothioconazol und 735 g\/l Kaliumphosphonat und wird im Winterweizen gegen Septoria tritici und Fusarium spp. sowie in Triticale gegen Septoria spp. eingesetzt. Damit wird das Kaliumphosphonat, das eher f\u00fcr den Einsatz im Obstbau gegen Oomyceten bekannt ist, in einer Kombination f\u00fcr zwei wichtige Getreidekrankheiten eingesetzt, bei denen Kaliumphosphonat als Solo-Wirkstoff nicht als klassische Hochleistungs-L\u00f6sung gilt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis dieser Kombination muss man die beiden Partner getrennt betrachten. Prothioconazol ist ein Azol-Fungizid aus der Gruppe der Demethylierungs-Inhibitoren (DMI). Im FRAC-System geh\u00f6rt es zu den G1-Fungiziden. Sein Ziel ist die C14-Demethylase (CYP51) der Ergosterol-Biosynthese. Wird dieser Schritt blockiert, kommt es zur Anreicherung 14\u03b1-methylierter Vorstufen und zum Mangel an Ergosterol; die Pilzmembran verliert dadurch ihre Funktionalit\u00e4t und Stabilit\u00e4t und der Pilz stirbt ab.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Kaliumphosphonat f\u00fchrt zu einem erg\u00e4nzenden direkten Stress f\u00fcr den Erreger und erh\u00f6ht zugleich die Abwehrbereitschaft der Pflanze; Prothioconazol greift dagegen hochspezifisch in den Sterolstoffwechsel des Pilzes ein. Der Pilz steht damit gleichzeitig unter Membran- und Biosynthesestress durch das Azol sowie unter zus\u00e4tzlichem metabolischem und pflanzeninduziertem Abwehrdruck durch das Phosphonat. Zwei Wirkstoffe die sich gut erg\u00e4nzen und so zu einem \u00fcberadditiven Effekt gegen die Erreger f\u00fchren. Eine kluge Kombination also.<\/p>\n<div id=\"attachment_12434\" style=\"width: 1060px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4.webp\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12434\" class=\" wp-image-12434\" src=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4.webp\" alt=\"Abbildung 4: Synergistischer Effekt durch die Kombination von Prothioconazol und Kaliumphosphonat\" width=\"1050\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-200x133.webp 200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-300x200.webp 300w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-400x267.webp 400w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-500x333.webp 500w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-600x400.webp 600w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-700x467.webp 700w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-768x512.webp 768w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-800x533.webp 800w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-1024x683.webp 1024w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4-1200x800.webp 1200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung4.webp 1536w\" sizes=\"(max-width: 1050px) 100vw, 1050px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12434\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: Synergistischer Effekt durch die Kombination von Prothioconazol und Kaliumphosphonat<\/p><\/div>\n<h2><\/h2>\n<h2><b>Firuza<sup>\u00ae<\/sup><\/b><b>\u00a0<\/b><b>gegen Fusarien<\/b><\/h2>\n<p>Durch die Kombination von Prothioconazol mit Kaliumhydrogenphosphat und dem daraus entstehenden Wirkungsplus, kann die Prothioconazolmenge um die H\u00e4lfte reduziert werden. Im Vergleich zu einem h\u00f6her aufgeladenen reinem Prothioconazolprodukt wird die gleiche Wirkung gegen Fusarien und den DON-Werten erreicht (Abb. 5). Besonders relevant ist dabei, dass dieser Effekt konsistent auftritt. Der optimale Einsatz erfolgt zur \u00c4hrenbehandlung (BBCH 61\u201365), da hier die Infektion stattfindet und die Kombination gezielt die Befallsentwicklung sowie die Mykotoxinbildung im Korn begrenzt. Da Kaliumphosphonat als P07-Wirkstoff \u00fcber Priming\/SAR wirkt, ist anzunehmen, dass ein fr\u00fcher Einsatz im Fusariumfenster (eher BBCH 61) die protektive Wirkung unterst\u00fctzen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5.webp\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12436\" src=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5.webp\" alt=\"\" width=\"1050\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-200x133.webp 200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-300x200.webp 300w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-400x267.webp 400w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-500x333.webp 500w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-600x400.webp 600w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-700x467.webp 700w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-768x512.webp 768w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-800x533.webp 800w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-1024x683.webp 1024w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5-1200x800.webp 1200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung5.webp 1536w\" sizes=\"(max-width: 1050px) 100vw, 1050px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2><b>Firuza<sup>\u00ae<\/sup><\/b><b>\u00a0<\/b><b>gegen <\/b><b><i>Septoria<\/i><\/b><\/h2>\n<p>Gegen <i>Septoria <\/i>tritici zeigt die Kombination in Firuza<sup>\u00ae<\/sup> eine deutlich verbesserte Leistung gegen\u00fcber den Einzelkomponenten. In den vorliegenden Versuchsdaten (Abb. 6) wird eine stabil h\u00f6here Blattfl\u00e4chenwirkung erreicht, sowohl bei fr\u00fchem Einsatz (T1; BBCH um 31\/32) als auch bei sp\u00e4teren Anwendungen (T2). Bereits 2\u20133 Wochen nach T1 zeigt sich eine verbesserte Kontrolle auf F-1, w\u00e4hrend nach T2 eine hohe und anhaltende Wirkung auf dem Fahnenblatt erreicht wird, die auch 4\u20136 Wochen nach der Behandlung bestehen bleibt. Dieser \u00fcberadditive Effekt f\u00fchrt zu einer zuverl\u00e4ssigeren Kontrolle der Krankheit und tr\u00e4gt dazu bei, die Ausbreitung im Bestand sowie die Sporulation nachhaltig zu reduzieren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_12438\" style=\"width: 1060px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6.webp\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12438\" class=\" wp-image-12438\" src=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6.webp\" alt=\"Abbildung 6: Die Wirkung von Firuza\u00ae gegen Septoria\" width=\"1050\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-200x133.webp 200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-300x200.webp 300w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-400x267.webp 400w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-500x333.webp 500w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-600x400.webp 600w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-700x467.webp 700w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-768x512.webp 768w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-800x533.webp 800w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-1024x683.webp 1024w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6-1200x800.webp 1200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung6.webp 1536w\" sizes=\"(max-width: 1050px) 100vw, 1050px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12438\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 6: Die Wirkung von Firuza\u00ae gegen Septoria<\/p><\/div>\n<p>Hinsichtlich des Einsatzzeitpunkts bietet sich Firuza<sup>\u00ae<\/sup> insbesondere f\u00fcr die T1-Anwendung an. Zu diesem Zeitpunkt finden die ersten Infektionen statt und durch den fr\u00fchen Einsatz kann die Krankheitsentwicklung bereits im Ansatz wirksam begrenzt werden. Gerade in dieser Phase ist es von Vorteil, dass neben der direkten Wirkung auch die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen gest\u00e4rkt werden, sodass Infektionen schneller erkannt und abgewehrt werden k\u00f6nnen. Dadurch l\u00e4sst sich die Ausbreitung im Bestand fr\u00fchzeitig reduzieren und die Basis f\u00fcr einen gesunden Blattapparat schaffen. Gleichzeitig bleibt die Behandlung im Fahnenblattstadium (T2) entscheidend f\u00fcr die Endkontrolle, da sie ma\u00dfgeblich \u00fcber den Schutz der ertragsrelevanten Blattetagen und damit \u00fcber den finalen Ertrag bestimmt.<\/p>\n<p>Ein besonderer Vorteil der Kombination liegt im Resistenzmanagement. Bei Zymoseptoria tritici, dem Erreger der Septoria tritici blotch (STB), steht die Empfindlichkeit gegen\u00fcber DMIs in Europa seit Jahren unter Druck, unter anderem durch Mutationen im CYP51-System, Promotorver\u00e4nderungen und weitere Resistenzmechanismen. In einigen Regionen wurden f\u00fcr Prothioconazol bereits reduzierte Feldwirkungen beobachtet. Vor diesem Hintergrund ist die Kombination mit Kaliumphosphonat besonders sinnvoll, da sie den Selektionsdruck auf den DMI-Wirkstoff reduziert und gleichzeitig einen zus\u00e4tzlichen Wirkbeitrag liefert, der nicht von bestehenden Kreuzresistenzen betroffen ist (Abb. 7). Dadurch wird die Leistungsf\u00e4higkeit von Prothioconazol stabilisiert und die Anwendung insgesamt robuster gegen\u00fcber Resistenzentwicklungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_12440\" style=\"width: 1060px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7.webp\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12440\" class=\" wp-image-12440\" src=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7.webp\" alt=\"Abbildung 7: Vergleich der Wirkung von Prothioconazol und Firuza\u00ae gegen DMI-adaptierte Septoria-St\u00e4mme\" width=\"1050\" height=\"591\" srcset=\"https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-200x113.webp 200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-300x169.webp 300w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-400x225.webp 400w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-500x281.webp 500w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-600x338.webp 600w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-700x394.webp 700w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-768x432.webp 768w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-800x450.webp 800w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-1024x576.webp 1024w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-1200x675.webp 1200w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7-1536x864.webp 1536w, https:\/\/plantan.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Abbildung7.webp 1672w\" sizes=\"(max-width: 1050px) 100vw, 1050px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12440\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 7: Vergleich der Wirkung von Prothioconazol und Firuza\u00ae gegen DMI-adaptierte Septoria-St\u00e4mme<\/p><\/div>\n<blockquote><p><b>Kurz und knapp: <\/b>Firuza<sup>\u00ae<\/sup> verbessert die Kontrolle von <i>Septoria tritici <\/i>deutlich und wirkt stabil \u00fcber verschiedene Termine und Blattetagen hinweg. Der Einsatz zu T1 begrenzt fr\u00fch Infektionen und st\u00e4rkt rechtzeitig das Abwehrsystem der Pflanze, w\u00e4hrend T2 die Endkontrolle sichert. Gleichzeitig unterst\u00fctzt die Kombination ein nachhaltigeres Resistenzmanagement.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Phosphit, Phosphat oder doch Phosphonat? &#8211; Eine Begriffserkl\u00e4rung Im landwirtschaftlichen  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":12453,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[121],"tags":[],"class_list":["post-12458","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-fachartikel-de-at"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Firuza\u00ae - Eine kluge Kombination aus Kaliumphosphonat und Prothioconazol - Plantan<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/plantan.de\/de-at\/firuza-eine-kluge-kombination-aus-kaliumphosphonat-und-prothioconazol\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Firuza\u00ae - Eine kluge Kombination aus Kaliumphosphonat und Prothioconazol - Plantan\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Phosphit, Phosphat oder doch Phosphonat? &#8211; 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